AKAD Leipzig goes DSDS
Verfasst: 28.01.10 21:23
Hallo Kommilitonen,
hatte mein Koll. am 20.11.09 in Leipzig.
Ich habe mir lange überlegt ob ich das hier posten soll.
Anbei meine Erfahrung zum Kolloquium in Leipzig.
Fragen kamen zur Diplomarbeit relativ kurz. Da wurde wohl gemerkt, daß man einigermaßen vorbereitet war. (unbedingt Kritikpunkte aus dem Gutachten aufarbeiten). Das wars dann aber schon.
Danach Fragen quer aus allen Fächern. Und da wo Lücken waren wurde das Fach nicht gewechselt, sondern gebohrt.
Die Erwartungshaltung der Profs. war definitiv so, daß man alles und sofort auf den Punkt haben mußte. Z. T. wurde ich im Satz unterbrochen und durfte nicht aussprechen.
Dafür wurden dann Themen wie z. B. Controlling (mein Schwerpunkt) überhaupt nicht gefragt, sondern ein Thema wie Finanzierung, wobei mein Kalkül war, nachdem meine DA über Investitionsrechnung ging, daß Finanzierung nicht dran kommen würde. (Pech gehabt).
Grundsätzlich habe ich nur sehr oberflächlich den Stoff der letzten Jahre
rekapituliert. (auch aufgrund der Fülle; kürzlich habe ich meine Skripte - 26 DIN A4 Ordner in Umzugskartons in den Keller getragen). Ich dachte wenn man Bescheid weiss um was es geht und wenn man ein paar Fachausdrücke kann müsste es für ein angenehmes Gespräch reichen.
Denkste! Die Fragen sollten bis in die Tiefe erläutert werden. Dementsprechend wurde nachgefragt.
Oder ganz super:"Da gibt es im Marketing vier so Dinge."....????
Ja, da denkt mal nach. Was soll man denn da drauf antworten.
Hm. Marktbearbeitungsstrategien? (Wie die genau heißen weiß ich nicht mehr. Ich könnte aber in einem meiner 26 Ordner nachsehen, wenns einen interessiert)
... "Die mein ich aber nicht!!!" (Ja leck mich doch, hab ich mir gedacht - aber natürlich nicht gesagt!)
Mit Ablauf der Zeit wurde die Stimmung ätzender. Die Überheblichkeit der Prüfer immer größer.
Als ich nach dem Kolloquium wieder reingeholt wurde, durfte ich mir ca. 5 min. anhören wie schlecht mein Wissen wäre, daß ich keinem erzählen sollte, daß ich bei AKAD studiert hätte, daß meine Frau, falls Ärztin, das genauso gut gekonnt hätte usw. (Originalzitat)
Ich dachte echt, da hockt der Bohlen vor mir.
Irgendwann muß wohl mein Gesichtsausdruck angedeutet haben, daß es mir jetzt reicht.
Das hat die sensibler wirkende Prüferin wohl bemerkt und angemerkt, daß Sie mein Durchkommen doch vertreten können.
Was die Beiden dann noch gefaselt haben, habe ich nicht mehr gehört.
Mir war nach dem Kolloquium - trotz bestanden - nicht mehr zum Feiern zumute.
Bei der Zeugnisverleihung konnte ich mir dann anhören, wer wie schnell studiert hat und mit welchem Notendurchschnitt und daß - wie toll - dieses Jahr alle durchgekommen wären.
Neben mir saß ein Typ, dem ich flüsterte:" und wenn einer durchgefallen wäre, dann ich." Darauf er:" Nein ich."????
Wir haben uns dann unterhalten, und seine Geschichte ging ähnlich wie meine. Er hat dann noch erzählt, daß vor Ihm ein Mädchen heulend aus dem Kolloquium gekommen ist.
Wir haben dann nach der Zeugnisverleihungsfeier (der man nicht entkommt und die echt Scheiße ist!) mit weiteren Kommilitonen gefeiert.
(Das SolyMar in Leipzig wäre sehr zu empfehlen - aber vorher reservieren!)
Es war eine Kommilitonin bei der Feier dabei, welche einen Notendurchschnitt von 1,2 hatte. Grundsätzlich erstmal Respekt. Als Sie uns erzählt hat, daß Sie am Studienanfang gemerkt hat, daß die Noten nicht so toll waren und Sie die Arbeitszeit von 30 auf 20 Wochenstunden reduziert hat haben wir (Ingenieure Wochenarbeitszeit zw. 45 u. 55 h) uns angesehen aber keinen Ton gesagt.
Oft haben auch Zler (Zeitsodaten) einen kurze Studienzeit und gute Noten. Diese werden oft zum Lernen freigestellt. Das sollte auch mal gesagt werden. (Siemensianer und BMWler habens da auch oft leichter, was man so hört)
An alle die Normal arbeiten (>40 Wochenstunden) - Ihr seid die wahren Kämpfer!! Und nur die Harten kommen in den Garten!
Wahrscheinlich arbeite ich sogar länger wie die Professoren und kann mich dann für meine "Schlechtleistung" in einem Ton anmachen lassen der einem Akademiker nicht entspricht.
Das muß hier auch einmal relativiert werden!
Allen die das Kolloquium noch vor sich haben wünsche ich viel Glück. Wenn ich das schaffe, schafft Ihr das erst recht! (Wobei ich mir den Notendurchschnitt erst durch mein Kolloquium versaut habe).
Man sollte sich mit ein paar markigen Sprüchen nicht aus der Ruhe bringen lassen. In meinem Bekanntenkreis sind Juristen denen es ähnlich ging und sogar ein Pfarrer hat mir berichtet, daß er in seinem 2. Examen von seinem Bischof so richtig zusammengefaltet wurde. (Ein Hoch auf die Nächstenliebe).
Trotzdem ein super Gefühl wenn man das alles hinter sich hat. Wenn man wieder Schifahren gehen kann, am Wochenende feiern und danach ausschlafen, ohne ein schlechtes Gefühl haben zu müssen, daß man nicht gelernt hat.
Alles Gute und Viel Glück!
hatte mein Koll. am 20.11.09 in Leipzig.
Ich habe mir lange überlegt ob ich das hier posten soll.
Anbei meine Erfahrung zum Kolloquium in Leipzig.
Fragen kamen zur Diplomarbeit relativ kurz. Da wurde wohl gemerkt, daß man einigermaßen vorbereitet war. (unbedingt Kritikpunkte aus dem Gutachten aufarbeiten). Das wars dann aber schon.
Danach Fragen quer aus allen Fächern. Und da wo Lücken waren wurde das Fach nicht gewechselt, sondern gebohrt.
Die Erwartungshaltung der Profs. war definitiv so, daß man alles und sofort auf den Punkt haben mußte. Z. T. wurde ich im Satz unterbrochen und durfte nicht aussprechen.
Dafür wurden dann Themen wie z. B. Controlling (mein Schwerpunkt) überhaupt nicht gefragt, sondern ein Thema wie Finanzierung, wobei mein Kalkül war, nachdem meine DA über Investitionsrechnung ging, daß Finanzierung nicht dran kommen würde. (Pech gehabt).
Grundsätzlich habe ich nur sehr oberflächlich den Stoff der letzten Jahre
rekapituliert. (auch aufgrund der Fülle; kürzlich habe ich meine Skripte - 26 DIN A4 Ordner in Umzugskartons in den Keller getragen). Ich dachte wenn man Bescheid weiss um was es geht und wenn man ein paar Fachausdrücke kann müsste es für ein angenehmes Gespräch reichen.
Denkste! Die Fragen sollten bis in die Tiefe erläutert werden. Dementsprechend wurde nachgefragt.
Oder ganz super:"Da gibt es im Marketing vier so Dinge."....????
Ja, da denkt mal nach. Was soll man denn da drauf antworten.
Hm. Marktbearbeitungsstrategien? (Wie die genau heißen weiß ich nicht mehr. Ich könnte aber in einem meiner 26 Ordner nachsehen, wenns einen interessiert)
... "Die mein ich aber nicht!!!" (Ja leck mich doch, hab ich mir gedacht - aber natürlich nicht gesagt!)
Mit Ablauf der Zeit wurde die Stimmung ätzender. Die Überheblichkeit der Prüfer immer größer.
Als ich nach dem Kolloquium wieder reingeholt wurde, durfte ich mir ca. 5 min. anhören wie schlecht mein Wissen wäre, daß ich keinem erzählen sollte, daß ich bei AKAD studiert hätte, daß meine Frau, falls Ärztin, das genauso gut gekonnt hätte usw. (Originalzitat)
Ich dachte echt, da hockt der Bohlen vor mir.
Irgendwann muß wohl mein Gesichtsausdruck angedeutet haben, daß es mir jetzt reicht.
Das hat die sensibler wirkende Prüferin wohl bemerkt und angemerkt, daß Sie mein Durchkommen doch vertreten können.
Was die Beiden dann noch gefaselt haben, habe ich nicht mehr gehört.
Mir war nach dem Kolloquium - trotz bestanden - nicht mehr zum Feiern zumute.
Bei der Zeugnisverleihung konnte ich mir dann anhören, wer wie schnell studiert hat und mit welchem Notendurchschnitt und daß - wie toll - dieses Jahr alle durchgekommen wären.
Neben mir saß ein Typ, dem ich flüsterte:" und wenn einer durchgefallen wäre, dann ich." Darauf er:" Nein ich."????
Wir haben uns dann unterhalten, und seine Geschichte ging ähnlich wie meine. Er hat dann noch erzählt, daß vor Ihm ein Mädchen heulend aus dem Kolloquium gekommen ist.
Wir haben dann nach der Zeugnisverleihungsfeier (der man nicht entkommt und die echt Scheiße ist!) mit weiteren Kommilitonen gefeiert.
(Das SolyMar in Leipzig wäre sehr zu empfehlen - aber vorher reservieren!)
Es war eine Kommilitonin bei der Feier dabei, welche einen Notendurchschnitt von 1,2 hatte. Grundsätzlich erstmal Respekt. Als Sie uns erzählt hat, daß Sie am Studienanfang gemerkt hat, daß die Noten nicht so toll waren und Sie die Arbeitszeit von 30 auf 20 Wochenstunden reduziert hat haben wir (Ingenieure Wochenarbeitszeit zw. 45 u. 55 h) uns angesehen aber keinen Ton gesagt.
Oft haben auch Zler (Zeitsodaten) einen kurze Studienzeit und gute Noten. Diese werden oft zum Lernen freigestellt. Das sollte auch mal gesagt werden. (Siemensianer und BMWler habens da auch oft leichter, was man so hört)
An alle die Normal arbeiten (>40 Wochenstunden) - Ihr seid die wahren Kämpfer!! Und nur die Harten kommen in den Garten!
Wahrscheinlich arbeite ich sogar länger wie die Professoren und kann mich dann für meine "Schlechtleistung" in einem Ton anmachen lassen der einem Akademiker nicht entspricht.
Das muß hier auch einmal relativiert werden!
Allen die das Kolloquium noch vor sich haben wünsche ich viel Glück. Wenn ich das schaffe, schafft Ihr das erst recht! (Wobei ich mir den Notendurchschnitt erst durch mein Kolloquium versaut habe).
Man sollte sich mit ein paar markigen Sprüchen nicht aus der Ruhe bringen lassen. In meinem Bekanntenkreis sind Juristen denen es ähnlich ging und sogar ein Pfarrer hat mir berichtet, daß er in seinem 2. Examen von seinem Bischof so richtig zusammengefaltet wurde. (Ein Hoch auf die Nächstenliebe).
Trotzdem ein super Gefühl wenn man das alles hinter sich hat. Wenn man wieder Schifahren gehen kann, am Wochenende feiern und danach ausschlafen, ohne ein schlechtes Gefühl haben zu müssen, daß man nicht gelernt hat.
Alles Gute und Viel Glück!