Staatliche Übersetzerprüfung Karlsruhe 2017

Englisch, Französisch...

Staatliche Übersetzerprüfung Karlsruhe 2017

Beitragvon irish.rover » 31.08.17 12:14

Liebe Mitkämpfer,

da ich die schriftliche Übersetzungsprüfung in Karlsruhe dieses Jahr - Gott sei Dank - bestanden habe, möchte ich euch hiermit gern die diesjährigen Prüfungstexte weitergeben.

Die Prüfung selbst lief an zwei Tagen ab. Am ersten Tag standen die beiden allgemeinsprachlichen Texte sowie der Aufsatz auf dem Plan und am Folgetag fand dann noch die Prüfung über die beiden Wirtschaftstexte statt. Ich persönlich empfand die Prüfung als sehr schwierig, aber das Umfeld in Karlsruhe war dagegen hervorragend. Die Atmosphäre war sehr freundlich und die Prüferinnen alle sehr nett, verständnisvoll und hilfsbereit.

Mir steht nun im Oktober noch die mündliche Prüfung bevor. Hoffentlich wird auch hier alles gut. :)

Also: Viel Erfolg an alle, die diese Prüfung noch vor sich haben! Ihr schafft das! :)
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Prüfungstexte Karlsruhe 2017.pdf
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Re: Staatliche Übersetzerprüfung Karlsruhe 2017

Beitragvon maggie bel » 04.09.17 21:02

Vielen Dank: Ich bereite mich zwar für Französisch vor, aber es hilft Erfahrungen über Karlsruhe zu lesen, da bei mir die Entscheidung zwischen Karlsruhe und Darmstadt noch nicht klar ist.
Ich drücke Dir die Daumen für Oktober
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Re: Staatliche Übersetzerprüfung Karlsruhe 2017

Beitragvon irish.rover » 02.11.17 16:36

So - die mündliche Prüfung habe ich nun zwischenzeitlich auch bestanden. :D :D :D
Bevor ich das Forum verlasse, möchte ich euch gern noch meine Erfahrungen weitergeben.

Den Termin zur mündlichen Prüfung bekommt man von Karlsruhe gegen Ende August zusammen mit den schriftlichen Ergebnissen mitgeteilt.
Die mündliche Prüfung dauert etwa 90 Minuten (inklusive zwei kurzer Pausen). Es waren drei Prüfer im Raum, von denen jeder ein Spezialgebiet abgeprüft hat (Wirtschaft, Deutsche Landeskunde, Landeskunde UK/ USA)

Aufgebaut war die Prüfung wie folgt:

1. Teil (etwa 40 Minuten)
- Stegreifübersetzung vom Englischen ins Deutsche (Fachtext - bei mir Wirtschaft)
- Stegreifübersetzung vom Deutschen ins Englische (Allgemeiner Text)
In diesem Teil werden keine Fragen gestellt. Man bekommt lediglich die beiden Texte hintereinander vorgelegt und beginnt kommentarlos mit der Übersetzung. Nach einem "Dankeschön" seitens der Prüfer verlässt man den Raum und wird nach etwa 5 Minuten Beratungszeit darüber informiert, ob man die Prüfung fortsetzen darf.

2. Teil (etwa 40 Minuten)
Nun werden Fragen gestellt, die man möglichst umfangreich und neutral beantworten sollte. Die Fragen können sich auf die beiden Texte beziehen, allerdings können auch völlig andere Themen abgefragt werden. In meinen Texten ging es um die Preisstrategie eines Lebensmittelhändlers, bzw. um die politische Situation in Myanmar. Die Fragen haben sich allerdings fast ausschließlich um andere Themen gedreht: z.B. Globalisierung; Vorteile des Brexit für UK; sollte Deutschland in der EU bleiben?; Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland; die föderative Struktur Deutschlands; die Parteienlandschaft in UK; wichtige Aktienindizes und Fragen zu Aktiengesellschaften und Anlagestrategien, etc.
Die Fragen werden allerdings nicht in Reihenfolge passend zu den Themen gestellt, sondern wechseln sich sowohl sprachlich als auch thematisch ständig ab. Das heißt, man bekommt z.B. zuerst eine Frage zur Wirtschaft in deutscher Sprache gestellt und anschließend eine Frage in englischer Sprache zur Politik in Großbritannien. Man möchte damit prüfen, wie schnell man gedanklich und sprachlich zwischen den einzelnen Sprachen hin- und herspringen kann.

Insgesamt war die Prüfung natürlich sehr anspruchvoll und sie erfordert eine intensive und gute Vorbereitung. Vor allem das Stegreifübersetzen sollte man sehr viel üben, da der Schwerpunkt dieser Prüfung genau auf diesem Bereich liegt. Mit der Landeskunde und den Fachgesprächen kann man dann die Gesamtnote ggf. noch etwas verbessern, wenn man sich gut vorbereitet hat.

Allerdings ist die Prüfung wirklich gut machbar. Beim Lernen sollte man nur aufpassen, dass man sich nicht in Details verliert. Alle Fragen haben bei mir lediglich an der Wissensoberfläche gekratzt und man ist nirgendwo tiefer ins Detail eingestiegen. Man möchte lediglich sehen, ob man Verbindungen zwischen einzelnen Themen herstellen und wie man sich sprachlich ausdrücken kann. Zudem wird geprüft, ob man eine gewisse Übersicht zu aktuellen landeskundlichen und wirtschaftlichen Themen besitzt sowie über das enstprechende Hintergrundwissen verfügt.
Die Prüfer waren alle sehr nett und die Gesamtatmosphäre war trotz Prüfungssituation recht entspannt und positiv.

Also: keine Panik! Die mündliche Prüfung ist wirklich gut machbar.
Ich wünsche euch allen viel Erfolg! Ihr schafft das! :)

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Re: Staatliche Übersetzerprüfung Karlsruhe 2017

Beitragvon Sinnive » 02.11.17 21:56

Wow, ganz herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung!

Vielen Dank für deinen Bericht, sowas ist Gold wert, wenn man sich selber noch fragt, wo und wann und wie man sich anmelden soll :)

Ich werde wohl nächstes Jahr in Karlsruhe landen und grüble noch über das Fachgebiet nach. Wenn du sagst, die Fragen haben eher nur an der Oberfläche gekratzt, heißt das also, dass man das auch mit so mittelguten Wirtschaftskenntnissen (= Inhalte der AKAD-Hefte) hinbekommen sollte? Fühltest du dich generell durch AKAD gut vorbereitet oder hast du in erster Linie selbstständig gelernt?

Viel Spaß beim Feiern :D
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Re: Staatliche Übersetzerprüfung Karlsruhe 2017

Beitragvon irish.rover » 08.11.17 17:11

Vielen Dank, Sinnive! :)

Zu den wirtschaftlichen Themen kann ich sagen, dass in meiner mündlichen Prüfung keinerlei tiefgreifende Fragen gestellt wurden. Es ist meiner Meinung nach vollkommen ausreichend, die Inhalte der EVW-Hefte für theoretische Fragen zu beherrschen. Außerdem ist es sehr empfehlenswert, regelmäßig die Wirtschaftsnachrichten anzuschauen. Ich selbst hatte auch den Economist abonniert. Zum einen, um anspruchsvolle Texte zu übersetzen, aber auch, um auf dem Laufenden zu bleiben, was internationale politische und wirtschaftliche Entwicklungen betrifft.

Insgesamt habe ich mich mit den AKAD-Heften einigermaßen gut vorbereitet gefühlt, aber am meisten haben mir - ehrlich gesagt - die Seminare in Stuttgart gebracht, vor allem die beiden Prüfungsvorbereitungsseminare EPV und EDS.

Aber man muss wirklich kein BWLer sein, um den Fachfragenteil der mündliche Prüfung gut bestehen zu können.
Also keine Angst, mit den EVW-Heften und den aktuellen Nachrichten bist du für diesen Teil sehr gut vorbereitet. :)

Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg im kommenden Jahr!
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Re: Staatliche Übersetzerprüfung Karlsruhe 2017

Beitragvon Sinnive » 11.11.18 11:05

Nachdem ich es jetzt auch hinter mir habe, wollte ich auch noch meine Eindrücke hinterlassen :-)

Irish.rover, falls du hier noch mitliest: Sehr verspätet vielen Dank für deine Tipps; ich habe mich im Endeffekt auch für Wirtschaft und Karlsruhe entschieden und es war alles so, wie du gesagt hast.

Ich kann Karlsruhe auch nur empfehlen; bei beiden Prüfungen war alles sehr entspannt und sehr nett und man hat das Gefühl, dass den Leuten dort daran gelegen ist, den ganzen Prozess so angenehm wie möglich zu gestalten.

Was die Seminare EPV und EDS angeht, kann ich mich auch nur anschließen, die sind vermutlich der sinnvollste Teil des ganzen Kurses.

Meine Eindrücke und Tipps zur Vorbereitung insgesamt:
Die Schriftliche entsprach im großen und ganzen der Probeprüfung in Stuttgart bzw. den AKAD-Prüfungen insgesamt. Man schreibt quasi EUE02, EUE03 und ELK01 hintereinander weg.

Bei der Mündlichen steht definitv das Stegreifübersetzen im Vordergrund. Mein Eindruck war, dass man, wenn man das souverän über die Bühne bekommt, schon sehr entspannt sein kann. Stegreifübersetzen sollte man wirklich üben. Das EDS-Seminar hat mir dabei sehr geholfen, aber das Niveau ist dort etwas niedriger als das, was in der staatlichen Prüfung verlangt wird.

Die deutsche Landeskunde blieb eher an der Oberfläche. Wenn man in Deutschland lebt und ab und an mal Nachrichten guckt, reicht das aus. Dito für die englische; ich hatte noch mal die Basics von ELK wiederholt und das war genug.

Bei der Wirtschaft ging das EDS-Seminar deutlich mehr in die Tiefe als die Prüfung selbst. Für den Teil war ich viel zu gut vorbereitet, weil mir das Seminar Angst gemacht hatte. Im Endeffekt war auch eher erweitertes Allgemeinwissen gefordert. Ich denke, wenn man die Probeprüfung in Stuttgart erfolgreich hinter sich gebracht hat, weiß man in der Hinsicht auch genug für die staatliche.

Mein Fazit: Übt fleißig Stegreifübersetzen vor der Mündlichen und macht euch ansonsten keinen Kopf :-)
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